Hauptmenü
Wetter aktuell
Astronomische Daten (lokal)

Sonnenaufgang07:10 Uhr
Sonnenuntergang19:31 Uhr
MondphaseMondphase
Nächster Vollmond
ist am 05.10.2017

Die Geschichte des Vereins

 

 

Nach diesem Treffen nahm Hermann Kirsch Kontakt zu Herrn Wolf Hirth auf, der bereits nach dem Ersten Weltkrieg die Lücken des Versailler Vertrages ausnützte und damals mit dem Segelflug begann.  Dieser riet ihm im Schreiben vom 20. Dezember 1949 die Gemeinschaft der Fliegerbegeisterten als Interessensgemeinschaft zu deklarieren und die Organisation der IG flach zu halten. Zitat "Wir wissen ja noch immer gar nicht, wie lange wir noch warten müssen. Wenn zu viel herum organisiert wird, ……, dann ersticken die Gruppen an ihrem selbst gezüchteten Bürokratismus."  (Zitat Ende) Auch riet er ab, heimlich Segelflugzeuge zu bauen. Dagegen begrüßte er den Modellbau. Er empfahl, eine Gruppierung zu finden, in der Kameradschaft großgeschrieben wird, damit (Zitat) "…, die in dem Moment ordentlich anfasst, wo wir wieder "dürfen"." (Zitat Ende). Auch regte er an, die Öffentlichkeit und die Presse "in korrekter Form" zu bearbeiten, um zu verdeutlichen, dass das Fliegen nicht allein den Besatzern überlassen sein, sondern zu friedlichen Zwecken auch wieder den deutschen Aeronauten gestattet werden sollte.

Den Rat von Wolf Hirth aufnehmend meldete Hermann Kirsch die Gründung der Interessengemeinschaft für Luftsport an den Magistrat der Stadt Hochheim (Main). Dieser teilte ihm mit Schreiben vom 21. Dezember 1949 mit, dass in Rücksprache mit dem Herrn Landrat des Main-Taunus-Kreises nach den vorliegenden Bestimmungen die Gründung solcher Vereine verboten ist, da hier für einen Sport geworben wird, der ausdrücklich durch die Militärregierung untersagt ist.

Der Magistrat reagierte auf die in der Tagespresse veröffentliche Einladung zum Treffen der Interessengemeinschaft am 06. Januar 1950 mit dem Verbot der Versammlung in Form einer polizeilichen Verfügung.  

Doch hier kannte der Bürgermeister unseren Hermann Kirsch schlecht. Frei  nach dem Motto " und jetzt erst recht" wandte er sich direkt an Hessischen Regierungsvertreter der Militärregierung, Mr. Edward M. Edwin. Dieser teilte ihm am 26. Januar 1950 mit, dass es gem.  der Kontrollrats-Anweisung Nr. 23 gestattet ist,  solche eine Vereinigung zu gründen und zu führen, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

  1. die Vereinigung darf rein nur friedliche Zwecke verfolgen,
  2. sie darf nur auf örtlicher Basis organisiert sein,
  3. sie muss ausdrücklich durch den US Landkommisar genehmigt sein
  4. sie muss durch den für den Kreis zuständigen amerikanischen Regierungsvertreter überwacht werden.

Des Weiteren wies Mr. Edwin darauf hin, dass in der Kontrollrats-Anweisung Nr. 23 ausdrücklich die Herstellung, der Import, der Export, Transport und Aufbewahrung von Luftfahrzeugen jeder Art,  schwerer oder leichter als Luft, ….., verboten sei. Dieses Verbot erlaubte auch keinen Bau von jeglicher Art eines Luftfahrtgerätes in Original- oder Modell-Größe. Diese bedeutet einen schweren Rückschlag für Hermann Kirsch.

Als er auf Herrn Bauer, Assistent des Regierungsvertreter Maintaunus-Kreis, Mr.  Edwin, traf, konnte er ihm die Idee der Interessengemeinschaft und die friedfertigen Ziele ausführlich erläutern, was Herrn Bauer veranlasste, umgehend mit Mr. Edwin darüber zu sprechen.  Darauf hin sicherte Mr. Edwin Hermann Kirsch im Schreiben vom 14. März 1950 zu,  sich beim hessischen Landkommissar für die Idee zu verwenden, nachdem ihm verschiedene Unterlagen vorliegen, wie z. B. die Versicherung, dass mit der Organisation keinerlei militärische Zwecke verfolgt werden,  eine Auflistung aller Mitglieder und deren Versicherung, dass sie sich an die immer noch im Kraft befindlichen Kontrollrats-Anweisung Nr. 23 halten sowie der Zusicherung, dass der Verein erst gegründet wird, nachdem eine ausdrückliche Genehmigung des amerikanischen Landeskommissars für Hessen vorliegt.

Diese Unterlagen wurden umgehend von Hermann Kirsch eingereicht, so dass die Genehmigung zur Gründung des Vereins vom Landkommissar ausgesprochen wurde.

[ Zurück ]